Bier und Schweizer Käse

Bier und Schweizer Käse

Erstaunlich, aber voller Genuss! Zu Schweizer Käse passt nicht nur Wein. Entdecken Sie köstliche und ungewöhnliche Biersorten, die wunderbar mit den Schweizer Käsespezialitäten harmonieren.

Geschichte und Ursprung des Bieres

Wer hat das Bier entdeckt? Einigen wir uns auf den übertriebenen Nationalstolz: Denn weder die Belgier, Niederländer noch die Deutschen haben das Bier erfunden. Die Spuren gehen zurück auf Babylon, ja sogar China. Es liegt aber nahe, dass das Prinzip der Gärung von Getreidekörnern fast überall auf der ganzen Welt entdeckt wurde. Beweise existieren dafür jedoch nicht, da es keine schriftlichen Aufzeichnungen darüber gibt. In allen Kulturen wurde jedenfalls das Trinken zu religiösen und gesellschaftlichen Zwecken „genutzt“.

Gesichert ist, dass die ersten Rezepte, die in unseren Besitz gelangt sind, aus Babylon stammen, wo man Ninkasi, die sumerische Göttin des Bieres, verherrlichte. Während dieser Zeit stellten die Chinesen T'ien Tsiou, ein grünes, nicht vollständig gegorenes Bier mit einem geringen Alkoholgehalt, und Tsiou, ein vollendetes und stärkeres Bier, her. Die Griechen und Römer hingegen assoziierten den Gerstenwein mit den Barbaren, da in ihren Augen zivilisierte Menschen Wein tranken.

Die europäischen Mönche haben eine Verbesserung und Diversifizierung der Bierherstellung ermöglicht. Von Frankreich über Deutschland und Österreich bauten sie in Mitteleuropa Hopfen an, den sie anschließend gären ließen. Jedoch verwendeten sie auch Enzian, Koriander, Absinth, Salbei oder Lavendel. Sehr schnell verließ die Produktion die Klöster, insbesondere aufgrund der entstandenen Ballungsräume. Der Beruf des Braumeisters kam auf, und Gilden und Zünfte bestimmten die Bierherstellung. Im Jahr 1516 erließ Bayern das Bayerische Reinheitsgebot, nach dem noch heute das Bier gebraut wird.

Was die Herstellung betrifft, so musste man bis Mitte des 19. Jahrhunderts warten, bis eine radikale Veränderung der Technik einsetzte, die insbesondere aufgrund der Entwicklung und Entstehung von Glashütten, Filteranlagen, Unterdruckabfüllanlagen und der Erfindung der Abfüllung in Flaschen und Kühlung entstand. Zur selben Zeit ermöglichten wissenschaftliche Forschungen über Mikroorganismen, den Prozess der alkoholischen Gärung besser zu verstehen und zu beherrschen, die gesundheitlichen Bedingungen in Brauereien zu verbessern und ein reineres und helleres Getränk herzustellen.

Bier in allen Farben

Das Weißbier wird mit Weizen hergestellt. Es schmeckt leicht süßlich und fruchtig. Sein Geschmack weist zudem einen Hauch von Gewürzen und Zitrusfrüchten auf. Das helle Bier hat ein markanteres Malzaroma (gekeimtes Getreide). Von diesem Bier gibt es, abhängig vom Herstellungsprozess, Hunderte Sorten. Das Braun- oder Rotbier wird mit leicht geröstetem Malz gebraut, um den Geschmack des Hopfens zu verstärken. Das Sprudeln ist schwächer und sein Geschmack süßer – genau wie beim dunklen Bier, dessen Malz stärker geröstet ist. Sein Geschmack ist ein Gleichgewicht zwischen Hopfen und Karamell. Das Schwarzbier wird mit stark geröstetem Malz hergestellt und weist einen bitteren Geschmack von Gebratenem auf. Es schmeckt wie „angebranntes Brot“, was den Hopfen in den Hintergrund drängt.

Bier und Schweizer Käse: unsere Genussempfehlungen

Servieren Sie stets ein kühles, aber nicht eisgekühltes Bier. Dies würde den Geschmack des Käses zerstören. Es entfaltet dann sein ganzes Aroma. Verwenden Sie passende Gläser dazu. Um den Geschmack zu verstärken, essen Sie zuerst den Käse und trinken dann das Bier. Anschließend machen Sie es umgekehrt. Wie bei einer Käse-Wein-Verkostung beginnen Sie mit den weniger pikanten Käse- und vollmundigen Biersorten und steigern sich allmählich zu den kräftiger schmeckenden Käsesorten und den dazu passenden Biersorten. Setzen Sie entweder auf die Ähnlichkeit oder stattdessen auf den Kontrast von Bier- und Käsesorte.

•    Beginnen Sie zum Beispiel mit einem kleinen Stück Tomme Vaudoise oder einem Le Gruyère AOP Classic, der mindestens 5 Monate gereift ist, in Kombination mit einem Weißbier. Dieses Bier passt auch wunderbar zu Raclette Suisse oder Walliser Raclette AOP sowie zu einem Fondue Moitié-Moitié. Man kann sogar Weißwein durch Weißbier ersetzen.

•    Weiter geht es mit einem hellen Bier – ein belgisches Trappistenbier oder ein feinherbes Pilsener zum Beispiel. Es eignet sich zu dünnen Rosetten des Tête de Moine AOP, zu dünnen Scheiben Le Gruyère AOP Réserve oder zum Schweizer Emmentaler AOP Réserve.

•    Anschließend steigert man den Geschmack und fährt mit Braunbier und einem Schweizer Emmentaler AOP Höhlengereift  fort, der mindestens 12 Monate gereift ist: einfach perfekt! Wie der Le Gruyère AOP Alpage, der Vacherin Fribourgeois AOP Extra oder der Vacherin Mont-d’Or AOP: Charakter ist notwendig. 

•    Das mehr nach Karamell schmeckende Rotbier harmoniert besser mit der Adstringenz des Sbrinz AOP oder mit einem L’Etivaz AOP oder einem Tête de Moine AOP Réserve.

•    Setzen Sie bei Schwarzbier auf den kräftigen Geschmack eines Appenzeller® Kräftig-Würzig eines Schweizer Emmentaler AOP Höhlengereift oder eines Sbrinz AOP.