Blüten und Schweizer Käse

Blüten und Schweizer Käse

Blumen waren einst die schönen Fremden

Viele unserer Blumen, sogar die bekanntesten, sind erst nach einer langen Reise in Europa angekommen, mitgebracht von den Kreuzzügen oder von den ersten Entdeckern Amerikas. Manchmal zeigt sich ihre Herkunft anhand ihres exotischen Aussehens, aber häufig haben die genetische Selektion und die geschickten Hände der Gärtner ihre Form verändert. Tulpen kommen beispielsweise aus dem mittleren Osten. Ihr Name kommt vom türkischen Wort „tülbend“, was so viel wie „Turbanpflanze“ bedeutet. Sie erreichte im 16. Jahrhundert den Westen und war für eine der ersten Spekulationsblasen der Geschichte verantwortlich.

Rosen kamen von noch weiter her. Sie wurden zuerst in China gezüchtet, dann vor 5.000 Jahren in Persien, bevor sie im Bronze-Zeitalter nach Griechenland gelangten. Herodot schrieb in seinen Historien, dass König Midas sie mitbrachte, als er im 6. Jahrhundert vor Christus aus Lydia vertrieben wurde. Die Kultur der Rosen entwickelte sich schließlich dank der Griechen und Römer vom Mittelmeer bis nach England. Heute ist es die am häufigsten angebaute Zierpflanze der Welt.

Weiter im Osten findet man die Kamelie. Wenn man die Spuren der ursprünglichen Kamelien im Himalaya, in Indonesien und in Japan nachverfolgt, findet man in letzterem zwei Herkunftspflanzen, denen der große Biologe Linné den Namen 'Kamelie' gab – zu Ehren des Jesuiten Jiri Josef Camel, der für seine Bücher über die Flora der Philippinen angesehen war.

Die Dahlie kommt aus der Neuen Welt, genauer gesagt aus den heißen Regionen Mexikos, Mittelamerikas und Kolumbiens. Die Azteken verwendeten diese Pflanze täglich zur Ernährung und um Epilepsie zu behandeln. Ende des 18. Jahrhunderts kam die Dahlie in Europa in Mode und Züchter erfanden viele neue Arten. Heute ist sie aufgrund ihrer schmückenden Eigenschaften gefragt und man zählt mehr als 40.000 Arten. Sie verdankt ihren Namen dem schwedischen Botaniker Anders Dahl. 

Wo findet man essbare Blüten?

Sie können genießbare Blumen (Gänseblümchen, Rosen, Kapuzinerkresse, Akazien, Veilchen, Flieder, Kamille, Geranien, Stiefmütterchen, Pfingstrose, Begonie, Mohnblume, Geißblatt) in speziellen Lebensmittelgeschäften finden, aber auch bei Ihrem Gemüsehändler, im Bio-Laden oder einfach in Ihrem Garten. Vorausgesetzt, Sie verwenden keine Düngemittel oder Pestizide. Sie können Blumen auch bei einem Spaziergang im Wald pflücken. Verzehren Sie jedoch keine Blumen von Ihrem Floristen, da sie voll mit Pestiziden und Chemie sind.

Wenn Sie Ihre eigenen Blumen genießen, pflücken Sie sie im letzten Moment, damit sie frisch bleiben und ihr Aroma stärker zur Geltung kommt. Roh dienen sie als Dekoration auf Tellern und Tabletts. Durch ihre Formen und bunten Farben machen erfreuen sie das Auge und verleihen den Speisen einen dezenten Duft. Gekocht können sie mit Zucker oder Salz zubereitet werden.

Nicht alle Blumen sind genießbar!

Manche Blumen können sehr giftig sein, wie z.B. Butterblume, Stechpalme, Oleander, Anemone, Zyklamen, Herbstzeitlose, Maiglöckchen oder Osterglocke. Informieren Sie sich im Internet oder in Fachbüchern und vermeiden Sie unbedingt den Verzehr von Pflanzen, die Sie nicht mit Sicherheit genau zuordnen können!

Köstliche Verbindungen: Blüten mit Schweizer Käse

     

  • Bestreuen Sie Blattsalate und Kichererbsen mit Veilchen, Schlüsselblumen und geriebenem Sbrinz AOP.
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  • Auf eine Gemüsesuppe platzieren Sie frittierte Tulpenblütenblätter und bestreuen sie mit geriebenem Le Gruyère AOP.
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  • Der fruchtig-kräftige Le Gruyère AOP schmeckt auch auf einem belegten Brötchen zusammen mit Speck und Dahlien: Butter auf das Brot streichen, Käse in Scheiben und gebratenen Speck darauf verteilen, gemischte Dahlienblütenblätter hinzufügen. Mit grünen Walnüssen und Blütenblättern dekorieren.
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  • Auf einem Rucola-Salat platzieren Sie Stiefmütterchen- oder Geranienblütenblätter und servieren Sie sie pro Person mit einigen Tête de Moine AOP Käserosetten.
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  • Fügen Sie zu einem Kartoffelsalat würzige Blüten und Blätter von Kapuzinerkresse hinzu und bestreuen Sie ihn mit dünn gehobeltem L’Etivaz AOP.
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  • Rührei mit Lavendel und Vacherin Fribourgeois AOP: vier Eier in einen Topf aufschlagen, etwas Butter hinzufügen, im Wasserbad kochen und dabei konstant rühren, Lavendelpiment und geriebenen Käse am Ende der Kochzeit hinzufügen.
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  • Zucchiniblüten gefüllt mit Tomme Vaudoise: Bereiten Sie die Füllung mit einem geschlagenen Ei, Tomme Vaudoise und Basilikum zu. Füllen Sie die Blüten, tunken Sie sie in einen Backteig und frittieren Sie das Ganze in Öl.
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  • Mini-Hühnerspieße mit Schweizer Emmentaler AOP und Glyzinecrème: Bereiten Sie die Spieße vor, indem Sie gegrilltes Huhn, Käsewürfel und Limetten abwechseln. Fügen Sie die Glyzineblüten zur Crème fraîche hinzu, geben Sie Zitronensaft und Sake bei. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.
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  • Risotto mit Ringelblumenblüten, getrockneten Steinpilzen und Sbrinz AOP: die Steinpilze in lauwarmem Wasser quellen lassen, den Reis in Butter schwenken, dann langsam Hühnerbrühe hinzufügen, die Ringelblumen und Pilze 10 Minuten vor Kochende hinzufügen, mit geriebenem Sbrinz AOP und einigen Rosenblüten vollenden.
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  • Fügen Sie einem Kartoffelpüree mit Kapuzinerkresse und Glyzine geriebenen Sbrinz AOP hinzu.
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  • Als Vorspeise: Langusten (oder Hummerbein), junge Karotten und Rüben, gewürfelten Appenzeller® und Kapuzinerkresseblüten.
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  • Gebratenes Lammkarree mit Rosmarin, Selleriepüree, überzogen mit einer Sauce aus Schweizer Emmentaler AOP und Crème fraîche, serviert mit Springkrautblüten.
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