Brot und Schweizer Käse

Mehl, Wasser, Hefe, Salz. Für eine so simple Zusammensetzung ist Brot alles andere als ein einfaches Nahrungsmittel. Brot ist ein religiöses Emblem, ein Maßstab für die Wirtschaft, der so alt ist, wie die Welt selbst. Man muss es vorne - und nicht nach hinten - auf den Tisch legen, man muss es brechen, nicht schneiden, man isst Weiß- oder Schwarzbrot, man hebt die Kruste auf oder wirft sie weg. Wenn der gesamte Markt schwankt, ist der Preis des Brotes allmächtig. Wenn man vom Brot spricht, spricht man von sich selbst, seinem täglichen Leben, seiner Familie, seiner Geschichte, von der Gesellschaft, der Krise... 5000 Jahre vor dem Römischen Reich und dem Christentum war Europa schon durch eine Form der Zivilisation vereint: eine Zivilisation aus Landwirten und Züchtern, die brotartige Kuchen aus Korn aßen.

Von der Vorgeschichte bis in die Antike

Die Geschichte des Brotes begann im 8. Jahrhundert v. Chr. mit dem Beginn der Landwirtschaft. Vor diesem Jahrhundert lebte der Mensch hauptsächlich von der Jagd, dem Fischfang und der Ernte. Spuren der Landwirtschaft wurden in der Region des fruchtbaren Halbmonds – dem heutigen Iran und Irak – entdeckt. Durch den Anbaus verschiedener Getreidesorten lernte der Mensch, sie zu nutzen und sie abwechslungsreich zu verarbeiten. Die Körner wurden gemahlen, zerquetscht und gekocht, um Suppen oder Kuchen herzustellen. Bis zur Entdeckung des "aufgehenden Brotes" aus Ägypten.

Der Ursprung des Sauerteigs

Ohne genau zu wissen, wo die Idee geboren wurde, Hefe zu verwenden, um Brotteig aufgehen zu lassen, erzählt die Legende, dass das Brot aus Hefeteig in Ägypten im 5. Jahrhundert v. Chr. entstand. Diese Methode wurde durch Zufall entdeckt: Ein zerstreuter Ägypter vergaß den zubereiteten Kornteig in einer Ecke, ohne ihn zu backen. Der Teig gärte und ging auf. Nach dem Backen im Ofen entstand ein aufgegangenes, weiches und wohlschmeckendes Brot, das erste der Welt!

Das Mittelalter – vom 5. bis zum 15. Jahrhundert

Im ländlichen Europa des Mittelalters entstanden durch Armut und Hungersnot die "Hungersnotbrote": Brot aus Eichelmehl, Brot aus Wurzeln und gepflückten Kräutern. Man nahm öfters gekochte Gerste oder Hafer zu sich als Brot. Nach dem Jahr 1.000 erschienen in Europa Windmühlen, deren Funktion die Kreuzritter auf ihren Reisen in den Orient entdeckten. Der Bau von Tausenden Windmühlen im Laufe des Mittelalters zeugte von einem Fortschritt bei der Verarbeitung des Getreides und somit auch beim Konsum von Brot.

Von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert

Die Entwicklung der Wissenschaften war für die Müllerei- und Bäckereitechnologie nützlich. Die Brotbacktechniken entwickelten sich stark weiter. Die landwirtschaftliche Revolution ließ Hungersnöte nach und nach verschwinden. Gärungsmethoden und gleichzeitig auch Knetmethoden entwickelten sich weiter. Es war die Zeit, zu der die ersten Aufsätze zur Mechanisierung geschrieben wurden und der Bäckerstand damit begann, sich zu organisieren: Methoden, Gewerkschaften, Mechanisierung – die Erfindungen waren zahlreich und der einfache Zugang zu unterschiedlichen Rohstoffen eröffnete neue Perspektiven: neue Rezepte, Weißbrot, Feingebäck... Mit der Wirtschaftskrise im Jahr 1929 wurde Brot rarer.

Von der Nachkriegszeit bis heute

Die Entbehrungen des Krieges führten zu einer riesigen Nachfrage nach Brot, das Symbol der Rückkehr des Friedens und des Überflusses. Bäcker gestalteten ihre Produktpalette abwechslungsreicher, schufen besondere Brote und kamen auf traditionelle Herstellungsmethoden zurück: Naturhefe, wenig gekneteter, dafür aber stark gesäuerter Teig und das Backen im Holzofen. Zu Beginn der 60er-Jahre erschienen die ersten speziellen Brote. Heute sind der Fantasie der Bäckermeister keine Grenzen gesetzt, um Ihnen das Leben mit Brot zu versüßen.

Welches Brot passt zu welchem Schweizer Käse?

Brot und Käse haben einen Handwerker gemeinsam: die Zeit. Sie garantiert die Gärung der Hefe und die Aromen des Brotes. Die Zeit ist ebenfalls bei der Reifung von Käse am Werk. Sie sind also gemacht, um sich zu verstehen. Die Vielfalt der Brote gilt es zu entdecken, um das beste Zusammenspiel von Brot und Käse zu garantieren – mehr oder weniger sauer, je nach Verwendung von Bäckerhefe oder traditioneller Hefe, dem Mehl-Typ (mehr oder weniger Vollkorn, unterschiedliche Getreidesorten) und der Zugabe von Früchten, Ölsaaten oder Körnern.