Exotischen Früchten und Schweizer Käse

Exotische Früchte haben ihren Weg nach Europa über das Meer gefunden. Seit der Antike wurden Datteln aus Nordafrika und Granatäpfel aus dem Mittleren Osten importiert; seit der Zeit der großen Entdeckungen kamen Ananas aus Amerika und Mangos aus Asien nach Europa … Und auch heute noch gibt es eine Vielzahl von Früchten zu entdecken! In den Geschäften finden sich vermehrt Drachenfrüchte, Sternfrüchte, Rambutan und Tamarinden.

In diesem Zusammenhang erwies sich die Offenheit Europas als Glücksfall. Was würden wir nur ohne Mangos, Kiwis (Italien ist der weltweit größte Erzeuger dieser ursprünglich chinesischen und später von den Neuseeländern vermarkteten Frucht), Ananas, Kumquats und Bananen tun! Sie bringen Frische, Süße und Sonne in unsere Gläser und auf unsere Teller, da sie sich ja in der Kombination aus süß und salzig bewähren.

Zusammen mit den würzigen Schweizer Käsesorten bieten sie ein überraschend harmonisches Erlebnis für den Gaumen.

Mango

Die ursprünglich aus den Regenwäldern Indiens oder Birmas stammende und dort heute noch wild wachsende Mango wurde gleichzeitig mit dem Buddhismus verbreitet. Der Legende nach hatte Buddha einen Obstgarten mit Mangobäumen erhalten, um dort zu meditieren und zu leben. Auf den Schiffen der Portugiesen kam die Mango nach Brasilien, von wo aus sie die Neue Welt eroberte. Heutzutage wird sie nach wie vor in allen tropischen und subtropischen Ländern der Erde angebaut. Für die Mango ist ein süßliches und weiches Fruchtfleisch typisch, das einen großen, abgeflachten Steinkern umschließt. Die Frucht ist sehr reich an Provitamin A, Vitamin C und Mineralstoffen.

Kiwi

Die Kiwi stammt – anders als ihr Name vermuten lässt – nicht aus Neuseeland, sondern aus China! Ursprünglich wurde sie übrigens als „Chinesische Stachelbeere“ bezeichnet. Sie wächst lianenartig wild entlang des Flusses Jangtsekiang. Die Frucht wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa importiert, jedoch nur für dekorative Zwecke angebaut. Die Kiwifrucht, wie wir sie heute kennen, wurde von den Neuseeländern seit 1953 gezüchtet. Da sich die Vermarkter des wirtschaftlichen Potenzials der Frucht bewusst waren, gaben sie ihr den Namen des kleinen Vogels, der das Wappen des Landes ziert. Seit den Sechzigerjahren baut ein französischer Architekt Kiwipflanzen im Departement Dordogne an, das sich zu einer bedeutenden Region für die Produktion entwickelte. Die Kiwifrucht ist reich an Vitamin C, Ballaststoffen, Kalium, Vitamin E, Magnesium und Antioxydantien.

Ananas

Die Ananas ist ursprünglich in Amerika heimisch, genauer gesagt im Norden von Brasilien und in der Karibik. Christoph Kolumbus entdeckte sie 1493 auf Guadeloupe, wo sie ihm und seinen Mannen von den Eingeborenen angeboten wurde. Die Frucht wurde bereits sehr früh nach Europa importiert. Die Holländer waren die ersten, die sie im Gewächshaus kultivierten – das war im 17. Jahrhundert. Im Zuge von Reisen und der Kolonialisierung wurde der Anbau der Frucht verbreitet. Die Portugiesen führten die Ananas im 17. Jahrhundert auf der Insel Java ein, und es dauerte noch bis 1790, bis sie auf Hawaii angebaut wurde. Zu den größten Erzeugern zählen heute die USA, Costa Rica, die Elfenbeinküste, die Philippinen und Thailand. Der Name Ananas leitet sich von dem Wort „naná naná“ der karibischen Indianer ab, was „Duft der Düfte“ bedeutet. Die Ananas erleichtert dank des ihr eigenen Enzyms Bromelain die Verdauung von Proteinen. Sie ist ebenfalls reich an Vitaminen (vor allem an Vitamin C), Mineralstoffen, Spurenelementen und weichen Fasern.

Kaki

Die Frucht des Kakibaums stammt ursprünglich aus China, wo seit über 700 Jahren 2.000 unterschiedliche Sorten angebaut werden. Sie wurde früher auch koreanische Dattelpflaume, chinesische Dattelpflaume oder Kakifeige genannt. Sie gelangte nach Japan, wo sie heute als „Nationalfrucht“ gilt. Heutzutage wird sie im Nahen Osten, im Mittelmeerraum, in den USA und in ganz Südostasien angebaut. In Frankreich ist die Sorte Sharon die bekannteste (es handelt sich um den Handelsnamen einer Sorte, deren Fruchtfleisch nach chemischer Behandlung nicht mehr herb ist). Die Frucht ähnelt in ihrer Größe einer Tomate, ist von leuchtend orangener Farbe und von ihrer Konsistenz her mit einer noch unreifen Dattel vergleichbar. Sie kann im Ganzen gegessen werden und schmeckt süß, ähnlich wie ein Pfirsich. Wie bereits an ihrer orangenen Farbe erkennbar ist (beachtlicher Anteil an Karotin, Lykopin und Xanthin), ist die Kakifrucht reich an Vitamin A und an Vitamin C.

Banane

Weich, süß, einfach zu transportieren, einfach zu essen … Zahlreiche Gründe machen aus der Banane den Star unter den exotischen Früchten. Die Banane steht hoch im Kurs, und zwar sowohl bei Kindern, die sie gern in pürierter Form essen, als auch bei Sportlern, die sie wegen ihres großen Nährwerts schätzen, der die Muskeltätigkeit begünstigt. Die verzehrten Sorten sind im Allgemeinen steril und entstammen domestizierten Pflanzen. Wilde Bananen hingegen enthalten Samen. Die Banane stammt aus Südostasien, Indien und Papua-Neuguinea, wo bis heute wilde Pflanzen wachsen. Die Frucht wurde erstmals im 7. Jahrtausend v. Chr. in Papua domestiziert. Von dort aus gelangte sie nach Indien, Südostasien, Afrika, Australien und sogar bis zur Osterinsel! Um 650 brachten die Araber die Frucht in den Mittelmeerraum. Danach haben die Portugiesen die Banane in der Neuen Welt verbreitet. Gemessen am Umsatz steht die Banane heute weltweit auf dem achten Platz der Lebensmittelkulturen. Die energiereiche und sehr magenfreundliche Banane ist reich an Kalium, Kohlenhydraten, Phosphor, Calcium, Eisen und Vitaminen (A, B und C)!

Granatapfel

Die Heimat der Frucht des Granatapfelbaums liegt in West- bis Zentralasien, erstreckt sich von der Türkei bis nach Afghanistan. Unter der roten und festen Schale des Granatapfels verbergen sich hunderte rote, essbare Samen. Die ältesten überlieferten Spuren, die auf einen Verzehr der Frucht hindeuten, lassen sich bis in die Bronzezeit nach Jordanien zurückverfolgen. Ein zwischen dem 14. und dem 13. Jahrhundert v. Chr. vor der türkischen Küste gesunkenes Schiff hatte Amphoren aus Zypern an Bord, die tausende von Granatapfelsamen enthielten. Der Granatapfel wird heute in zahlreichen warmen Ländern – von Marokko bis in den Fernen Osten – angebaut. Er wächst auch in Südfrankreich. Die Spanier haben ihn in Lateinamerika heimisch gemacht. Der Granatapfel hat neben einer antioxidativen eine entzündungshemmende Wirkung, die drei- bis viermal stärker ist als jene von Grünem Tee. Er ist eine gute Ballaststoffquelle und enthält Folsäure und Vitamin C. 

Litschi

Diese auch unter dem Namen Lee Chee oder Chinesische Kirsche bekannte tropische Frucht ist im Süden des Reichs der Mitte beheimatet, wo sie seit mehr als 2.100 Jahren gepflückt wird. Das Fruchtfleisch ist von einer rauen, brüchigen und beuligen Schale umgeben. Inmitten des köstlich süßen Fruchtfleischs befindet sich ein einzelner Kern. Die Frucht ist kugelförmig und hat einen Durchmesser von drei bis vier Zentimetern. Im 6. Jahrhundert ist die Litschi die Lieblingsfrucht von Yang Guifei, der Lieblingskonkubine des Kaisers. Die kaiserlichen Boten wechselten sich Tag und Nacht ab, um diese kostbare Frucht nach Peking zu bringen. Heutzutage wird die Litschi in anderen tropischen Regionen angebaut, allen voran in Indien, auf Hawaii, in Vietnam, auf Madagaskar, in Thailand, Brasilien und auf den französischen Inseln La Réunion und Neukaledonien. Litschis sind eine hervorragende Vitamin-C-Quelle.

Schmackhafte Kombinationen aus exotischen Früchten und Schweizer Käse

  • Zum Duft und der Süße der Mango passen am besten Schweizer Käse mit würzigem Geschmack, beispielsweise ein Appenzeller®, ein L’Etivaz AOP oder ein höhlengereifter Schweizer Emmentaler AOP.
  • Kiwi gepaart mit Tomme Vaudoise oder Raclette Suisse: Der leicht saure Geschmack der Kiwi harmoniert wunderbar mit der Milde des Käses.
  • Als Carpaccio aufgeschnittene Ananas bildet zusammen mit Rosetten vom Tête de Moine AOP ausgewogene Geschmacksnuancen.
  • Zu einer reifen Kaki sollten Sie einen Le Gruyère d’Alpage AOP, einen Vacherin Fribourgeois AOP oder einen Sbrinz AOP genießen.
  • Bananen, ob frisch oder gebraten, gehen mit zu hauchfeinen Rollen gehobeltem Sbrinz AOP eine erstaunliche Verbindung ein, die jeden Feinschmecker überzeugen wird.
  • Granatapfel und Vacherin Fribourgeois AOP: Eine ordentlich dicke Scheibe des cremigen Freiburger Vacherin wird mit ein paar Samen des Granatapfels, die beim Zubeißen knirschen und das Aroma des Käses unterstreichen, zu einem noch köstlicheren Genuss.
  • Litschis und Schweizer Le Gruyère AOP Réserve sind in Sachen subtiles Geschmacksvergnügen unvergleichlich!