Kompott, Konfitüre und Schweizer Käse.

Es brauchte lange Zeit, bis sich die Konfitüre in Europa durchsetzen konnte. Der Grund dafür war eine der Hauptzutaten: Zucker. Im Römischen Reich war Zucker zwar bekannt, aber zu teuer, um sich weiter zu verbreiten. Die muslimischen Eroberer brachten Zucker auf die europäischen Tische. Zuerst erhielt er den Status einer Arznei und wurde oft mit dem lateinischen Ausdruck eleucterium bezeichnet, was so viel wie „Medikament zum Schlecken“ bedeutet. Auch Konfitüren wurden zuerst als Medizin produziert und vertrieben. So verfasste Nostradamus, der berühmte Astrologe und Apotheker des 16. Jahrhunderts, ein medizinisches Fachbuch über die Kunst der Zubereitung von Konfitüre. 

Der wachsende Handel zwischen Europäern und Ländern, die Rohrzucker anbauten, ermöglichte die weitere Verbreitung von Zucker und Konfitüre. Im 17. Jahrhundert begannen die ersten Süßwarenhändler damit, Konfitüren als süße Leckereien zu verkaufen. Unter dem allgemeinen Begriff „Konfitüre“ wurden Fruchtsirups, kandierte Früchte, Bonbons und in Zucker gekochte Früchte verstanden. Dies war eine gute Methode, Beerenobst zu konservieren. Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Zuckerrübe gezüchtet wurde, nahm die Produktion weiter zu.

Konfitüre, Marmelade, Gelee, Kompott...

Im Gegensatz zur Konfitüre, bei der das Fruchtfleisch mit Sirup gemischt wird, ist Gelee eine Konfitüre ohne Fruchtfleisch. Gelee muss mindestens 35 % Fruchtgehalt aufweisen. Wenn es zu flüssig ist, bezeichnet man es als Sirup. 

Marmelade war ursprünglich eine Quittenkonfitüre und erhielt seinen Namen von der portugiesischen Bezeichnung für Quitte: marmelo. Heute ist Marmelade eine Konfitüre, die mit dem Saft und der Schale von gekochten Zitrusfrüchten mit Wasser und Zucker hergestellt wird. Die Frucht, die dafür hauptsächlich in Großbritannien verwendet wurde, ist die Sevilla-Orange, deren Pektingehalt höher ist als der einer gewöhnlichen Orange. Die Bitterkeit der Sevilla-Orange zwingt uns förmlich dazu, sie als Marmelade zu konsumieren. Auch aus Zitronen, Grapefruits oder Mandarinen lässt sich Marmelade herstellen. 

Ein Mus ist eine Art Konfitüre, die mit gekochten oder frischen Früchten und wenig Zucker hergestellt wird und nur wenig gekocht wird, um die Form der Früchte zu erhalten. Ursprünglich bezeichnete der Begriff Mus Früchte, die als Ganzes oder geviertelt gekocht wurden. Und die Marmelade war das, was wir heute Mus nennen. 

Man findet die ersten Beschreibungen von Apfelmus schon in hinduistischen Gedichten aus dem ersten Jahrtausend vor Christus. In Zentral- und Osteuropa wird Mus als Kompott verstanden. Es handelte sich hierbei um ein erfrischendes, traditionelles Getränk, das entweder aus frischen oder getrockneten Früchten hergestellt wurde, die in gezuckertem Wasser gekocht wurden und im Wasser ziehen und abkühlen. Russisches Apfelmus nennt man nennt man in dessen Heimat wiederum „Püree“ (Pioure iablotchnoie).

Welcher der süßen Begleiter harmoniert mit welcher Schweizer Käsesorte?

Der Fruchtzucker der süßen Begleiter stimuliert zusammen mit dem Aroma von Schweizer Käse den Gaumen. Marmelade und Konfitüre können als Beilage serviert oder auf direkt auf eine Brotscheibe gestrichen werden, auf die danach Schweizer Käse in Scheiben gelegt wird. Als Aperitif können Sie verschiedene Käsesorten in Würfel schneiden, sie auf Zahnstocher aufspießen und zusammen mit einer Auswahl an Marmeladen und Konfitüren servieren.