Tee und Schweizer Käse

Der Tee: die frühzeitige Globalisierung

Wenn Genießer vermuten, dass der Tee aus China stammt, liegen sie damit genau richtig. Ursprünglich wurde er wegen seiner bedeutsamen Heilkraft getrunken. Sehr schnell war er jedoch aufgrund seines Geschmacks gefragt. Im 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde Tee am Hof der Tang-Dynastie getrunken. Die Blätter des Teestrauchs presste man zu dieser Zeit in Formen aus und trocknete sie über dem Feuer. Anschließend wurden sie gekocht. So wurde das Getränk zubereitet. Diese Methode wurde dann von den Japanern, Tataren, Türken und tibetischen Nomaden nachgeahmt. Auch wenn der Tee unter der Besetzung durch die Mongolen an Beliebtheit verlor, so wurde er im 17. Jahrhundert auf Veranlassung der Ming-Dynastie wieder das Lieblingsgetränk der Chinesen. Man ließ dann den Tee – egal ob schwarz oder grün – ziehen.

Erst im 17. Jahrhundert erreichten die Teeblätter Europa. Sie wurden zunächst von der Niederländischen Indien-Kompagnie nach Holland importiert, die bis Ende der 1660er Jahre das Monopol darüber behielten. Zu diesem Zeitpunkt beauftragte England die Niederländische Ostindien-Kompagnie mit dem Teehandel mit China. Dies sorgte für einen außergewöhnlichen Erfolg: Der Konsum steigerte sich von 65 kg im Jahr 1699 auf 2.000 t im Jahr 1769! Der Weg des Tees war sehr lang. Von ihrer Herkunftsprovinz wurden die mit Tee gefüllten Kisten bis zum Hafen von Guangzhou (die einzige Stadt, die den Ausländern das Recht erteilte, im Hafen Handel zu treiben) transportiert, bevor sie auf Schiffe verladen wurden, die Richtung Westen fuhren.

Im 19. Jahrhundert wurde der Handel modernisiert. Auch wenn London die erste Tee-Stadt des Westens war, wurde ihr bald von Moskau und New York Konkurrenz gemacht. Große Segelboote („Klipper“), die ursprünglich für den Handel mit Opium gechartert wurden, wurden nun für Tee verwendet. Parallel dazu breitete sich der Teeanbau außerhalb Chinas aus. Tee wurde in Indien, Malaysia, Ceylon (Sri Lanka), aber auch in Guyana, auf Martinique und an den Hängen des Himalaja angebaut. Heute findet man aber auch Plantagen in Afrika, Ozeanien (Australien und Papua-Neuguinea) und sogar Amerika (Argentinien und Brasilien).

Die verschiedenen Teesorten

Der Tee lässt sich in fünf Farben einteilen: weiß, grün, blau, rot und schwarz. Alles ist eine Frage der Oxidation. Die Oxidation ist ein natürlicher Alterungsprozess bei Pflanzen. Die Blätter trocknen an der Luft aus, wenn sie kein Wasser mehr bekommen, und verändern unter der Wirkung der in den Blättern enthaltenen Enzyme ihre Farbe, indem sich die grünen Blätter nach und nach braun färben. Sie verändern dann auch ihren Geschmack.

Somit ist der Weiße Tee von Natur aus leicht oxidiert, der Grüne Tee hingegen überhaupt nicht. Die beiden Teesorten schmecken fein und mild und können den ganzen Tag über getrunken werden. Der Schwarze (fermentierte) Tee lässt sich in drei Kategorien einteilen: der Oolong oder halbfermentierte Tee (oder Blauer Tee), der fermentierte Schwarze Tee (Ceylon, Darjeeling) und der Rauchtee (Lapsang Souchong). Er zählt zu den meist getrunkenen Teesorten des Westens und zeichnet sich durch sein intensiveres Aroma aus. Der Rooibostee genannt Roter Tee ist kein richtiger Tee, da er nicht aus dem Teestrauch, sondern einer südafrikanischen Pflanze hergestellt wird. Allerdings ähneln seine Zubereitungsweise und seine Verwendung denen des Tees. Dieses Getränk, das weder Koffein noch Tannin enthält noch bitter schmeckt.

Tee und Schweizer Käse

Der klassische Begleiter zu Käse ist Wein. Aber immer mehr Feinschmecker haben Tee als Alternative entdeckt – eine überraschende Verbindung von Ost und West.

Es ist äußerst wichtig, Teesorten mit reinem Geschmack auszuwählen, die kein Aroma enthalten. Man nennt sie Ursprungstees. Es ist besser, wenn der Tee lauwarm getrunken wird. In der Regel sollte er nicht zu heiß sein, denn dadurch geht die aromatische Note verloren und der Gaumen wird betäubt. Lauwarmer Tee lässt Käse ein wenig schmelzen, macht ihn weicher und entfaltet dessen Aroma. Man kann jedoch auch auf die Teetemperatur (kalt, lauwarm oder heiß) setzen, um einen Kontrast zu schaffen oder um stattdessen dafür zu sorgen, dass der Tee mit dem Käse harmoniert.

•    Lauwarmer Grüner Tee aus China und Tomme Vaudoise. Trinken Sie den Tee lauwarm und essen Sie dazu ein leicht im Ofen erwärmtes Stück Tomme Vaudoise. Eine köstliche Kombination aus der Lieblichkeit des Grünen Tees und der Milde des Tomme Vaudoise.

•    Grüner Tee aus Japan und Le Gruyère AOP Alpage. Trinken Sie den Tee bei Zimmertemperatur. Seine pflanzliche und säuerliche Note passt wunderbar zu der Westschweizer Käsespezialität.

•    Weißer Tee und Appenzeller® sind eine erlesene Verbindung. Trinken Sie den Tee lauwarm. Seine blumige Note verleiht dem aromatischen Geschmack des Appenzeller® eine besondere Milde.

•    Roter Tee aus China und Sbrinz AOP. Trinken Sie den Tee sehr heiß. Eine harmonische Verbindung des rauchig-holzigen Geschmacks des Tees und der dichten Konsistenz und dem fruchtigen Geschmack des Sbrinz AOP.

•    Schwarzer Tee aus China und Schweizer Emmentaler AOP Höhlengereift. Trinken Sie den Tee lauwarm. Der Geschmack des Tees nach Unterholz und sein intensives Aroma harmonieren perfekt mit dem kräftigen Geschmack des Käseoriginals.

•    Blauer oder Oolong-Tee aus Taiwan und Fondue Moitié-Moitié (aus Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP). Trinken Sie den nach Honig und Unterholz schmeckenden Tee bei Zimmertemperatur. Ein perfekter Begleiter zur cremigen und lockeren Konsistenz des Fondue Moitié-Moitié.