Wein und Schweizer Käse

Die Weinrebe gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde

Die Wiege der Weinrebe und des Weines befindet sich in Armenien. Archäologische Ausgrabungen haben hier eine Weinbaustätte mit einer Weinpresse und einem Gärungsfass aus Lehm ans Tageslicht gebracht, die aus dem Jahr 6.100 v. Chr. stammt. 

Die erste Darstellung des Weinbaus stammt aus Ägypten. Es ist ein Basrelief, das das Pressen und den Verkauf von Wein zeigt, und aus dem Jahr 3.000 v. Chr. stammt. Die Ägypter haben den Griechen beigebracht, wie man Wein anbaut. Zwischen 1.500 und 500 v. Chr. wurde die Weinrebe ein essenzieller Teil des griechischen Ackerbaus. Sie bauten im gesamten Mittelmeerraum Wein an, besonders in Italien und im Jahr 600 v. Chr. auch in Gallien. 

Ab 125 v. Chr. verbreiteten die Römer die Weinrebe. Der Weinbau erstreckte sich über die Rhône-Achse in den Norden und in den Westen Richtung Languedoc. Während dieser Zeit fand der Weinbau mit blauen Trauben statt, jedoch ohne Schalenmaischung; die Weine waren also klar. Der Saft war generell nach einem einfachen Maischen fertig und wurde sofort gepresst. Mit dem Fall des Römischen Reiches behielt die Kirche in ihren Diözesen die Kultur des Weines bei und verbreitete die Vermarktung. Die Weinbautradition der Schweiz begann in der römischen Epoche.

Im Mittelalter verbesserte sich die Weinqualität und die Reben verbreiteten sich auf der ganzen Welt

Die Weine der Antike wurden mit Wasser gestreckt und mit Kräutern und Aromen angereichert. Der Wein in seiner modernen Form entstand erst im Mittelalter. Ende des 10. Jahrhunderts begann sich das Weinbaugebiet Bordeaux, das einzige, das nicht unter dem Einfluss der Kirche stand, zu entwickeln. Es erlebte aber erst seinen wahren Aufschwung Ende des 12. Jahrhunderts. In Südamerika fand man Spuren von Weinreben aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und in Südafrika ab 1659. Im 17. Jahrhundert wurden europäische Pflanzen von der Ostküste der USA importiert und die Weinproduktion begann sich in diesem Gebiet zu entwickeln.  

Auf dem nordamerikanischen Kontinent wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Idee des Rebsortenweines geboren, ein Wein, der aus einer einzigen Traubensorte gekeltert wird. Dies hat den nordamerikanischen Weinbau und mit ihm sämtliche Weine der "neuen Welt" berühmt gemacht hat. 

Im 19. Jahrhundert wurde die Reblaus im Süden Frankreichs eingeschleppt. Diese Blattlaus breitete sich im gesamten Weinbaugebiet aus und sorgte für eine systematische Ausrottung in allen Regionen. Der europäische Weinbau wurde durch den Import von amerikanischen Pflanzen gerettet, die insektenresistent waren. Heutzutage werden französische Rebsorten mit amerikanischen Rebstockwurzeln veredelt.

Im 20. Jahrhundert wuchs das Weinwissen zur Wissenschaft heran

Der Fortschritt in der Forschung und zahlreiche Investitionen ermöglichten die Einführung einer Weinwissenschaft, der Önologie. Die Hierarchisierung der Weinbaugebiete erfolgte nach und nach. Die Rebsorte repräsentiert die Arten der anbaubaren Weinreben, meistens abhängig von der Region. 

Jede Rebsorte lässt sich anhand der Form der Trauben, der Blätter, der Früchte und der Farbe der Trauben charakterisieren. Es gibt Rebsorten mit weißer Haut und farblosem Fruchtfleisch, Sorten mit roter Haut und farblosem Fruchtfleisch und auch Sorten mit roter Haut und farbigem Fruchtfleisch. 

Heute existieren mehr als 200 Rebsorten, die angebaut werden, um verschiedene Weine erzeugen zu können, die sich in Geschmack und Duft unterscheiden.

Die 6 wichtigsten roten Rebsorten

  • Cabernet Sauvignon ist eine international bekannte Rebsorte. Sie ist für die besten Weine von Bordeaux verantwortlich, wie etwa Médoc oder Graves.
  • Merlot entstand aus einer Mischform von Cabernet Franc und Magdeleine Noire des Charentesé und ist heute die am häufigsten gezüchtete Rebsorte in Frankreich. Der Merlot ist eine Rebsorte, die in der Region Bordeaux wächst, aber auch in Italien, in der Schweiz und in Kalifornien.
  • Syrah ist eine der sechs am häufigsten angebauten und verkauften Rebsorten der Welt. Sie wird im gesamten Rhône-Tal, in der Provence, in Languedoc-Roussillon und im Südwesten Frankreichs angebaut.
  • Gamay ist die rote Rebsorte der Region Beaujolais schlechthin. Fast 60 % des Gamay, der in Frankreich angebaut wird, kommt aus dieser Region.
  • Pinot Noir wird in verschiedenen Regionen der Welt angebaut und gedeiht besonders gut in der Bourgogne, in Champagne, im Elsass und im Loiretal. Aus dieser Rebsorte werden Weine produziert, die zu den außergewöhnlichsten der Welt zählen.
  • Grenache rouge ist in Frankreich besonders entlang des Mittelmeers und in den Weinbergen von Languedoc-Roussillon, am Rhôneufer und in der Provence zu finden.

Die 11 wichtigsten weißen Rebsorten

  • Chasselas, der König der Weinreben, ist die typische weiße Weinrebe der romanischen Schweiz. Im Wallis nennt man sie Fendant (spaltend), weil sich die Kerne unter dem Zahn spalten lassen.
  • Chardonnay: Dieser reisende Burgunder ist der symbolträchtigste unter den weißen Weinreben. Er wird am häufigsten gepflanzt, von der Côte de Beaune in Frankreich bis nach Australien – und auch in der Schweiz.
  • Chenin ist in Anjou seit dem 9. Jahrhundert bekannt. Diese Weinrebe hat sich auf eine Weltreise begeben und ist dem Chardonnay dicht auf den Fersen. Er ist strukturiert und lebendig und eignet sich ausgezeichnet für trockene Weine sowie Likör- und Schaumweine.
  • Humagne Blanche hat den alten Ruf, der Wein der Gutsherren und Bischöfe zu sein. Er ist auch nach einem alten Aberglauben, der besagte, dass dieser Wein besonders reich an Eisen sei, als 'Wein der Entbindung' bekannt. Es handelt sich beim Humagne Blanche um einen verblüffenden, langen, frischen Wein voll Eleganz und Subtilität mit Noten von Lindenblüten.
  • Der Gewürztraminer kommt aus Südtirol und ist nach einer Familie von Weinreben namens Traminer benannt. Der Gewürztraminer ist Teil davon, aber diese Rebe aus roten Früchten unterscheidet sich besonders aufgrund ihres aromatischen, würzigen Charakters.
  • Marianne: Diese lebendige Rebe ist relativ leicht anzubauen, aber der Austrieb setzt eher spät ein. Es handelt sich beim Marsanne um eine der wichtigsten Weißweinsorten des Rhônetals. Auch in der Provence wird er angebaut, aber er wurde in Languedoc erfunden.
  • Muskateller kommen aus dem Mittelmeerraum. Im Laufe der Jahrhunderte wurde er mit allem Vorstellbaren gemischt. Der feinste ist der Muskateller mit kleinen Kernen.
  • Pinot Gris oder auch Pinot Grigio  bzw. Grauburgunder bezieht sich auf die graue Farbe der Mönchskutten. Der Legende nach wurde diese Rebsorte im 16. Jahrhundert aus Tokaj in Ungarn in das Elsass gebracht.
  • Der Riesling ist gebürtiger Deutscher und wird an den Ufern des Rheins und der Mosel angebaut. Das Elsass hat für ihn einen Ehrenplatz geschaffen. Ein Riesling kann ungefähr 10 Jahre lang altern.
  • Sauvignon begann an der Garonne und wanderte zuerst in Richtung Loire. Dann eroberte er die Welt – von Kalifornien bis nach Neuseeland, wo er zum Synonym für Weißwein wurde und dem Chardonnay gleichgestellt ist.
  • Viognier trägt gemeinsam mit dem Syrah zu der unglaublichen, steilen Hügellandschaft des nördlichen Rhônetals und zum Ruf seines Weines bei.

Es bedarf einer Ausgewogenheit zwischen Wein und Käse. Es darf keine Dominanz geben, es muss ein harmonisches Zusammenspiel von Speise und Wein erreicht werden. Ziehen Sie Weißweine vor, wenn Sie gereiften Käse servieren: Die Tannine der Rotweine würden das Zusammenspiel dominieren. Sie können sich Käse nicht ohne Rotwein vorstellen? Wählen Sie einen Jahrgang aus, der vor mehr als 10 Jahren in die Flasche abgefüllt wurde. Die Tannine sind dann abgerundet und der Wein stimmt sich mit dem Käse ab. 

Welche passenden Kombinationen können Sie mit Käse und Wein genießen? Folgen Sie unseren Tipps und lassen Sie sich verwöhnen.

Nichts ist besser als ein Wein aus der Schweiz, um Schweizer Käse zu begleiten, aber auch viele andere Weine eignen sich perfekt! 

Für eine gelungenes Zusammenspiel sollten Sie auf den Reifegrad des Käses achten. Je reifer er ist, desto älter sollte der Wein sein.

Welche Weine passen zu welchem Schweizer Käse?

  • Zu Le Gruyère AOP wählen Sie am besten einen Schweizer Weißwein: einen Chardonnay mit Noten von Haselnuss und Holz, einen lebendigen Chasselas oder einen jungen, harmonischen, fruchtigen Schweizer Rotwein wie einen Gamay, Pinot Noir, Garanoir oder einen Gamaret. Le Gruyère d’Alpage AOP vereint sich perfekt mit einem Schweizer Chasselas, einem Weißwein aus der Bourgogne mit holziger Note, einem Meursault, einem Aloxe Corton oder mit einem süßen Spätlesewein.
  • Zu Appenzeller® Käse ziehen Sie einen eleganten, fruchtigen Weißwein vor: einen Vin Jaune zum Beispiel. Ein roter Côte du Rhône mit Aroma von roten Beeren, Johannisbeere und Himbeere mit würziger Note. Oder auch einen weißen Portwein.
  • Zusammen mit Tête de Moine AOP kann ein Riesling oder ein Sylvaner serviert werden. Der Tête de Moine AOP Réserve wird von einem Vin Jaune aus dem Jura intensiviert –  einem Wein, der eine goldene Farbe sowie Noten von frischen Nüssen aufweist.
  • Zu Schweizer Emmentaler AOP passt besonders gut ein weißer Bordeaux, ein weißer Sancerre, ein Saint-Véran, ein Givry oder ein roter Sancerre. Schweizer Emmentaler AOP Höhlengereift schmeckt herrlich zu einem roten Bordeaux wie z.B. einem Mouton Cadet.
  • Mit Vacherin Fribourgeois AOP sollte ein trockener Schweizer Weißwein wie ein Fendant oder ein Humagne serviert werden. Auch ein fruchtiger roter Bordeaux, ein Beaujolais Village oder ein neuer Beaujolais passen gut dazu.
  • Zu Sbrinz AOP passen trockene Schweizer Weißweine wie ein Pinot Gris sowie ein roter Schweizer Gamay. Zum Aperitif können Sie Champagner mit gehobeltem Sbrinz AOP servieren. Fruchtiger Champagner mit seinen Aromen von frischer Butter und gerösteten Mandeln bietet ein perfektes Zusammenspiel.
  • Mit L’Etivaz AOP können Sie einen trockenen Weißwein servieren. Oder auch einen Weißweinlikör wie einen Coteau du Layon, einen Marsanne aus Walliser Spätlese, einen Muskateller oder einen älteren Rotwein wie einen Chassagne Montrachet oder einen Aloxe Corton.
  • Zu Vacherin Mont-d’Or AOP passt ein gut strukturierter Schweizer Wein wie ein Chasselas oder ein eleganter Wein aus dem Jura wie ein Chardonnay mit Nussaroma oder ein fruchtiger, trockener Chablis. Auch ein Beaujolais oder einen Rotwein aus dem Loiretal harmonieren. Das sind lebendige, aromatische Weine, die für ein schönes Zusammenspiel sorgen.
  • Zu Schweizer Raclette ist der beste Wein ein Fendant aus dem Wallis, ein Weißwein aus dem Kanton Waadt oder ein Chasselas. Oder auch ein fruchtiger, saurer Chinin mit robustem Körper. Ein fruchtig leichter Pinot aus Savoyen passt ebenso wie ein leichter Côte du Rhône oder ein Beaujolais Village.
  • Zum Fondue Moitié-Moitié (50 % Gruyère AOP, 50 % Vacherin Fribourgeois AOP) passt am besten ein trockener Weißwein zu servieren, der fettreiche Speisen mildert. Ein Schweizer Wein, ein Fendant aus dem Wallis, ein Weißwein aus dem Kanton Waadt oder ein schneidiger, frischer Wein aus Savoyen wie der Apremont oder ein Crépy mit seinem fruchtigen Aroma sind ideal. Oder auch ein Wein von der Loire, ein trockener Vouvray zum Beispiel.